Blogparade am Innovationsblog – Das große Finale

Die positive Aufgeregtheit ist wirklich schon spürbar. Morgen um 13.00 Uhr wird der Innovationskongress 2011 – die Kunst der Innovation – von der Idee zum Erfgolg offiziell Eröffnet. Über 900 BesucherInnen werden mit dabei sein. Höchste Zeit also, die Blogparade zum Innovations-Kongress aufzulösen. Zahlreiche Blogger aus dem deutschsprachigen Raum haben unserem kleinen, aber wie ich denke immer feineren Innovationsblog die Ehre gegeben. Mit dabei waren

Dipl.-Ing. (FH) Markus Pollhammer mit seinem b4developement-Blog mit dem Thema “Innovation – eine Überlebensstrategie?” beschäftigt und schreibt in seinem Blogpost: ” Wer es zukünftig schafft, Innovation als fixen Bestandteil im Unternehmen zu verankern, und die Menschen – auf die es schließlich ankommt – auf innovatives Denken und Handeln auszurichten, wird langfristig „überleben“.

Thomas Friedschröder aus Wien stellte im Rahmen seines Posts einen der Stars der diesjährigen Veranstaltung, Johannes Gutmann, Geschäftsführer der Sonnentor GmbH, vor. Er scheint Gutmann persönlich zu kennen oder sich zumindest intensiv mit Sonnentor beschäftigt zu haben, soviel wie er über Gutmann weiß.

Josef Buschbacher aus München hat im Rahmen seines Posts am Up-to-Date-Blog eine Frage aufgegriffen, die mich persönlich sehr interessiert. “Welche Rolle für Innovation spielen soziale Medien wie Linkedin, Twitter und Facebook?” Er schreibt: “Ich glaube nicht, dass der Einsatz von neuen Medien aus uninnovativen Unternehmen plötzlich hochinnovative Unternehmen macht. In diesem Zusammengang muss dann aber auch gesagt werden, dass die Mitarbeiter neue Fähigkeiten benötigen” und liefert mit seinem absolut lesenswerten Post super Einblicke in diese spannende Materie.

Dr. Alexander Stocker widmete sich dem Thema “Innovation und Social Media” auf seinem AlexanderStocker-Blog ebenfalls ausführlich. Präszise folgert er in seinem Blogpost: ” Soziale Medien vernetzen Menschen – am Web und in den Social Intranets in Unternehmen. Sie machen mit Hilfe der bekannten Web-2.0-Prinzipien Information und Informationsträger sichtbar, durchsuchbar und damit auffindbar. Für Unternehmen besonders spannend entsteht in den Intranets quasi eine durchsuchbare Basis der Mitarbeiter(kompetenzen).”

Dipl.-Ing. Maria Tagwerker-Sturm vom tollen Inknowaktion-Blog, einer wunderbaren Quelle für Infos über und zum Thema Innovationsmanagement hat sich mit der inflationären Verwendung des Innovationsbegrifs auseinandergesetzt. Sie schreibt in ihrem Blogpost “Frage ich manchmal bei Vorträgen vor Schülern und Studenten, was eine Innovation ist, bekomme ich relativ rasch die Antwort “etwas Neues”. Hacke ich nach und will Beispiele wissen, folgt Schweigen oder ein leises “Apple”. Das zeigt mir, dass es zu Innovation noch kein gemeinsames Verständnis gibt. Für viele ist Innovation was Großes, was Einzigartiges, und somit nur was für Gurus wie Steve Jobs, Bill Gates oder die Entwickler von BMW.

Andreas Reisenbauer ein Blogger-Kollege aus Kärnten postuliert am Rahmen seines Blogposts, dass eine Einheit alleine noch keine Innovation darstellt. Er schreibt: “Wann ist eine Firma innovativ? Wenn sie ihr Augenmerk auf das Neue richtet. Aber gibt es denn Produzenten, die das Alte favorisieren? Ja, ein paar: wenn sie Oldtimer-Modelle oder nachgemachte Stilmöbel herstellen. Worauf also sind die innovativen Unternehmen aus? Auf Neuerungen, Neuheiten, Erfindungen gar? Ach nein: auf Innovationen, wer hätte das gedacht? Warum die Angst vor dem klaren deutschen Wort?”

Besondes gefreut haben wir uns über die Einreichung von “silberExpertReinhard Huber, der im Rahmen seines Posts kräftig die Werbetrommel für den Innovationskongress gerührt hat. Danke! Nebenbei erwähnt: Huber (oder ich darf ja Reinhard sagen…) ist mein Gründervater. So schaut’s aus!

Sehr Spannendes hatte auch Michael Hafner von theMashazine zu berichten. Nämlich dass Wissen überschätzt wird. Hafner schreibt: Ideen- und Geniekult auf der Suche nach dem einzigartigen führt in erster Linie zu Lähmung. Mal ehrlich: Wer hat sich bei den allerersten Ankündigungen zum iPhone nicht gedacht: “Na und? Internet gibt’s, Handy gibt’s, und Internet am Handy war einfach immer schon eine miese Erfahrung…”? Sehr empfehlenswert sind zudem Hafners Slideshare-Folien, auf denen er sich mit dem Thema Wissensmanagement online beschäftigt.

Jörg Dirbach schreibt auf seinem Wissensarbeiter-Blog einen denkwüdigen Blogpost zum Mindset, welches zu Innovation führt. Er schreibt: “Ich bin natürlich klar der Auffassung, dass das „growth mindset“ ein wichtiger Faktor für Innovation ist. Aber eben nicht mal dieses Mindset allein genügt für den Erfolg. Ein für mich ebenso wichtiger Faktor ist die Schnelligkeit eines Innovators herauszubekommen, ob seine Idee sowohl technisch machbar als auch am Markt erfolgreich sein kann.”

Last but not least sei den LeserInnen des Innovationsblogs auch die Einreichung des Blogs vom Land-der-Erfinder wärmstens ans Herz gelegt. Stefanie Flöck hat sich ebenfalls das Thema “Innovation als Überlebensstrategie” herausgegriffen und schreibt in ihren Post: “Innovationen eröffnen uns immer wieder neue Möglichkeiten und bringen uns in jeder Hinsicht voran. Für den einen sind sie direkt überlebenswichtig, für den anderen erst beim zweiten Hinsehen.”

Wir möchten uns bei allen TeilnehmerInnen an der Blogparade herzlich bedanken. Natürlich würden wir uns auch freuen, wenn tolle Innovations-Blogs wie jenes von Franz Kuehmayer, oder Hannes Treichl ;) oder Hannes Offenbacher noch über oder wer weiß, direkt von der Veranstaltung berichten könnten.

Schreiten wir also zur Verlosung der drei Tickets zum Event. Mitgemacht und auf die Veranstaltungspage bzw. das Blog gelinkt haben die oben angeführten zehn Blogs. Wir werfen also wieder mal den Zufallsgenerator an. Dieser spuckte uns folgende Gewinner aus.

Je ein Gratisticket (Normalpreis 570 Euro) geht an: Stefanie Flöck, Markus Pollhamer und Josef Buschbacher. Wir gratulieren herzlich!!!

Wichtig: Alle Gewinner finden sich bitte morgen, Donnerstag, den 17. November 2011 um 11.00 Uhr am Welcome Desk im Congress Center Villach ein und bekommen bei Frau Margit Ebner den ihren Besucher-Pass.

Infood oder wie transparent sind eigentlich Ihre Nahrungsmittel?

Die in Grambach bei Graz ansässige Infood GmbH setzt innovative und nachhaltige Strategien in der Lebensmittelbranche für Produkte, Unternehmen und Organisationen erfolgreich um. Es sorgt dafür, dass Ideen nicht im Konzeptstadium verharren und begleitet den Prozess von der Idee bis zur erfolgreichen Umsetzung am Markt. Wir haben Geschäftsführer Jörg Moser für unser Innovations-Blog zur Geschäftsidee befragt.

Ed Wohlfahrt: Sehr geehrter Herr Moser! Sie sprechen am Innovationskongress 2011 zum Thema „Transparenz als Erfolgsfaktor der Zukunft in der Lebensmittelbranche“. Wie stark bewerten Sie die Bedeutung von Transparenz am Point of Sale?

Jörg Moser: Derzeit hat Transparenz noch nicht die Bedeutung, die wir in der Zukunft sehen und insofern sind die Ansätze noch recht bescheiden. Immer noch wird Transparenz als „Marketingmascherl“ eingesetzt und deshalb wiederspiegelt sich diese Situation auch am POS, wo es zu diversen Themen wie z. B. Herkunft noch keine ganzheitlichen Ansätze gibt. Es werden derzeit einfach noch reine Marketinginformationen vermittelt. Produzenten, die Transparenz als Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb erkannt haben, werden dies auch in die Gesamtstrategie einfließen lassen. Dies kann sich vom Produktdesign über die transparente Preisgestaltung bis hin zur Kommunikation und Produktpräsentation am POS durchziehen.

EW: Infood hat es sich zum Ziel gesetzt, Herkunft und Produktion von Lebensmitteln optimal nachvollziehbar zu machen. Konsumenten sehen so auf einen Blick, was sie sich in den Einkaufswagen legen. Angesichts der Tatsache, dass alles möglichst billig sein sollte, sind Konsumenten überhaupt schon dazu bereit, genauer hinzusehen?

JM: Aktuell nein – da aber Klimaveränderung, Ressourcenknappheit, Transparenz, Regionalität Authentizität sowie damit zusammenhängend der Trend zu Herkunftsprodukten, Gesundheit und weiteres die relevanten Themen der nächsten Jahre sein werden, wird der Anteil derjenigen, die es wirklich wissen wollen, steigen.

EW: Der Anteil von Lebensmitteln am Haushaltsbudget sinkt seit Jahren. Dennoch gibt es immer mehr Menschen, denen nicht egal ist, wie ihre Lebensmittel produziert werden, wo sie herkommen, etc. Wie passt das zusammen?

JM: Das hat mit den aktuellen Entwicklungen in unserer Zeit zu tun, einer Zeit, die durch Veränderung und Wandel geprägt ist. Die Auseinandersetzung mit dem, was wirklich ist, wird nicht nur im persönlichen Bereich stattfinden, sondern auch mit den Produkten, die wir täglich konsumieren und hier insbesondere Lebensmittel.

EW: Transparenz lässt sich selten verordnen. Unternehmen müssen einen konkreten Vorteil darin sehen. Wie können Unternehmen von mehr Transparenz profitieren?

JM: Ganz einfach. Wir sehen Transparenz als das Differenzierungsmerkmal der Zukunft. Wenn sich ein Unternehmen transparenter macht als die Mitbewerber bedeutet das einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Transparenz hat also auch die Bedeutung eines reinen Wettbewerbstool.

EW: Wie stehen Hersteller zum Kundenwunsch nach mehr Transparenz? Ist ihnen das Thema eine echte Herzensangelegenheit oder doch eher notwendiges Übel?

JM: Das kann man aus zwei Perspektiven sehen. Diejenigen Unternehmen, die für die Masse und so billig wie möglich produzieren, werden Transparenz sicherlich als notwendiges Übel betrachten. Die Unternehmen, die Transparenz als das entscheidende Differenzierungsmerkmal erkennen und für die Anspruchsgruppen produzieren, die wirklich wissen wollen „was drin ist“ wird Transparenz des eigenen Wertschöpfungsprozesses die Herausforderung der Zukunft und eine echte Herzensangelegenheit sein.

EW: Herr Moser, danke für das Gespräch!

Innovationstrends: Co-Creation – The next big Thing?

DI Stefan Posch von der Integrated Consulting Group verfügt über langjährige Erfahrung im Projekt- und Produktmanagement im Hochtechnologiesektor sowie in der Steuerung von Innovationsprozessen komplexer Produkte in der Halbleiterindustrie. Am Innovationskongress am 17. und 18. November 2011 spricht er über Innovationstrends aus der Praxis. Wir haben ihn zu diesem interessanten Thema natürlch schon vorher löchern wollen.

Ed Wohlfahrt: Herr DI Posch! Können Sie uns einige dieser zentralen Innovationstrends vorab verraten?

SP: Wir beobachten derzeit bei vielen unserer Kunden das starke Bestreben ihren Innovationsprozess zu professionalisieren. Dies deshalb, weil die von den Unternehmen wahrgenommene Bedeutung von Innovationen steigt jedoch gleichzeitig Unzufriedenheit mit den Ergebnissen des eigenen Innovationsprozesses vorhanden ist. Dabei erkennen wir bei den Vorreitern, dass sie einen neuen Modus der Zusammenarbeit der eingebundenen Mitarbeiter in den frühen Innovationsphasen entwickeln. Wir nennen das Co-Creation. Dabei werden das Wissen, die Perspektiven und die Erfahrungen der Beteiligten erfolgreich für gemeinsames kreatives Arbeiten aktiviert.

EW: Was macht einen Innovationstrend eigentlich aus bzw. anders gefragt: welche Faktoren deuten darauf hin, dass ein Trend vorliegt?

SP: Wir beschäftigen uns mit der Entwicklung von Innovationssystemen. Auf dem Weg zum idealen Innovationssystem stellen wir uns daher die Frage wie können wir das System grundsätzlich besser machen? Deshalb laufen wir nicht Trends nach sondern sehen aktuell im Co-Creation Modus der Zusammenarbeit den nächsten großen Entwicklungsschritt.

EW: Crowdsourcing oder Open Innovation sind derzeit in aller Munde. Wo sehen Sie diese Ansätze in einigen Jahren?

SP: Durch die verfügbaren Informations- und Kommunikationstechnologien ergeben sich vollkommen neue Gestaltungsmöglichkeiten für die Interaktion mit dem Kunden, der je nach Ausgestaltung für die Unternehmung zum Kreativen, Entwickler, Wissensträger, Verkäufer oder Kapitalgeber wird. Als zwingend erforderliches Fundament sehen wir für eine erfolgreiche Nutzung dieser Methoden die Reife der Organisation bzgl. Zusammenarbeit da sonst die Gefahr einer unreflektierten Verantwortungsdelegation besteht.

EW: Auch soziale Medien (Stichwort: Web 2.0) spielen für Innovation eine Rolle. Wo konkret sehen Sie diese angesiedelt?

SP: Soziale Medien decken heute eine breite Palette ab entsprechend vielfältig kann deren Beitrag für den Innovationsprozess sein. Konkret sehen wir aktuell zwei Schwerpunkte einerseits im Bereich der Ideengenerierung und andererseits im Bereich der Vermarktung. Wir denken jedoch, dass wir hier am Anfang einer Entwicklung stehen, deren Transformationswirkung überhaupt nicht absehbar ist.

EW: Trends haben nicht selten auch Gegentrends. Gibt es Bereiche, in denen Sie auf solche Gegentrends gestoßen sind?

SP: Basierend auf unserem Innovationssystemmodell sehen wir keine Gegentrends sondern Anpassungen auf dem Weg zur Entwicklung leistungsfähigerer Innovationsysteme.

Innovationskongress: Anmeldestand über den Erwartungen!

Wir freuen uns über einen großen Erfolg. Bei Anmeldeschluss, gestern, der 10. November 2011, lag die akutelle Teilnehmerhahl bei über 800 Gästen. Danke dafür an alle die sich bereits angemeldet haben! Damit findet am 17. und 18. November 2011 nicht nur der größte Innovations-Event Österreichs sondern gleizeitig auch die größte Wirtschaftsveranstaltung Kärntens bzw. ganz Südösterreichst statt.Dr. Peter Granig, unser wissenschaftlicher Leiter dazu:

“Wir waren aufgrund des hochkarätigen Programms von Beginn an optimistisch. Diese enorme Nachfrage hat aber sogar uns überrascht. Das – weit über die Grenzen Kärntens hinausgehende – große Interesse am Kongress ist sehr erfreulich. Es zeigt, dass das Bewusstsein über die Bedeutung von Innovation bei Unternehmern und Führungskräften im Steigen begriffen ist.”

Wie ich aus dem Organisationsteam höre, sind noch einige wenige Restkarten erhältlich. Mit ein wenig Glück gibt es auch über die Homepage auch noch Zugriff auf ein kleines Kartenkontingent. Und ich denke, dass man auch an der “Abendkasse”, also am Tag es Kongresses niemanden abeweisen wird. Davon gehe ich mal aus. Wir sind jedenfalls super happy mit dem großen Interesse aus ganz Österreich und darüber hinaus und freuen uns auf zwei spannende, diskussions- und lehrreiche Tage in Villach!

Kreative Köpfe nicht nur halten sondern auch aushalten

Beim Thema Employer Branding geht es neben der Frage, wie Unternehmen sich potentiellen BewerberInnen gegenüber ins beste Licht rücken immer auch darum, nach innen, sprich, ins Unternehmen selbst zu blicken. Wie sehen mich eigentlich die eigenen Angestellten? Ist die Bereitschaft zu wechseln hoch? Wie gut aufgehoben fühlen sich Schlüsselarbeitskräfte im Unternehmen? Wie sprechen sie über das Unternehmen, wenn sie anonym die Möglichkeit dazu haben, etc. Ein Blick auf Arbeitgeberplattformen wie Kununu, Meinchef oder Arbeitgebercheck liefert hier zumeist interessante Einblicke oder lässt im wahrsten Wortsinn tief ins eigene Unternehmen blicken. Werden wir von unseren internen Berührungsgruppen vielleicht doch nicht ganz so gut gesehen, wie wir uns das wünschen würden? Hm…

Wenn es um das Thema Schlüsselarbeitskräfte geht, kommt im Employer Branding ein wichtiges Thema hinzu. Darum, die richtigen Leute ins Unternehmen zu holen, geht es schon auch, fast noch wichtiger ist es dann aber, diese entsprechend an das Unternehmen zu binden. Und hier geht es nicht zuletzt darum, wie man mit High-Potentials und manchen für sie typischen Wesenszügen umgeht. Genau zu diesem Thema ist im Unternehmer ein interessanter Beitrag unter dem Titel “Innovationskultur: Querdenker werden oft ausgebremst!” erschienen. Darin wird eine Studie zitiert, aus der hervorgeht, dass bei lediglich 29% aller Unternehmen kreatives Denken hoch angesehen ist und sich schlappe 24% überhaupt trauen (!) einen Querdenker einzustellen. So sind kreative Köpfe nur so lange erwünscht, als sie nicht an den “ersessenen” Machtstrukturen von Kollegen oder gar Chefs kratzen, also schön brav mitspielen und mit ihren Ideen und Vorschlägen zur Verbesserung möglichst nirgends anecken.

Mich würde mal eine Studie interessieren, die Aufschluss darüber geben kann, wie viel Innovationspotential ungenutzt bleibt weil Menschen mit Ideen an Strukturen scheitern, die “eben so sind, wie sie sind”. Was solche Leute dann tun? Sofern es möglich ist, den Arbeitgeber wechseln. Steht diese Möglichkeit nicht zur Verfügung droht schon mal die innere Kündigung bzw. das jahrelange zermürbende Warten auf den richtigen Zeitpunkt zum Absprung. In diesem Fall verlieren alle. Der Arbeitgeber, der Arbeitgeber und nicht zuletzt auch ein ganzer Wissensstandort, der es, kulturell oder wodurch bedingt auch immer, nicht schafft, die Rahmenbedingungen für Querdenker zu schaffen. Darüber sollte man auch mal nachdenken, finde ich!

Dr. Breyner / RHI: Innovation braucht Vertrauen, Vertrauen das Zulassen von Fehlern

DI DDr. Robert Breyner ist bei der RHI AG für Knowledge & Innovation Networking verantwortlich. Am Innovationskongress 2011, am 17. und 18. Nov. 2011 in Villach, wird sich Breyner im Rahmen seiner Session mit dem Frage auseinandersetzen ob Erfolg in der Vergangenheit auch Erfolg in der Zukunft bedeuten kann. Wir haben ihm am Innovationsblog zum Interview gebeten.

Ed Wohlfahrt: Herr Dr. Breyner, Sie sind im Knowledge und Innovation Networking bei der RHI AG tätig. Können Sie den LeserInnen des Innovationsblogs kurz Einblick geben in Ihre Tätigkeit?

Robert Breyner: Meine Hauptaufgabe besteht im Aufbau und der Erweiterung von Netzwerken in den Bereichen Wissens- und Innovationsmanagement, um das Unternehmen besser an die jeweiligen Disziplinen anzubinden. Darunter fallen die Teilnahme an Veranstaltungen, die Mitwirkung an Interviews sowie die Anbahnung eines gegenseitigen Erfahrungsaustausches oder möglicher Kooperationen. Nach innen identifiziere ich interessierte Mitarbeiter und Entscheidungsträger, um Wissens- und Innovationsmanagementaufgaben in Zukunft effektiver umsetzen zu können. Meine Tätigkeit umfasst zu einem großen Teil die Aufgaben eines Missionars, der viele in der Vergangenheit aufgebaute Vorurteile abzubauen und zu entkräften hat.

EW: Ihr Beitrag zum Innovationskongress 2011 steht unter dem Titel „Erfolg in der Vergangenheit = Erfolg in der Zukunft?“ Wo müssen Unternehmen heute ansetzen, um in Zukunft erfolgreich zu sein?

RB: In der Vergangenheit waren Einzelleistungen oftmals für einen guten Unternehmenserfolg völlig ausreichend. Aufgrund der ständigen Erweiterung des vorhandenen Wissens und der allgemein zunehmenden Veränderungsgeschwindigkeit müssen Unternehmen bestrebt sein, ihre Mitarbeiter bestmöglich gut zu vernetzen und Freiräume für die Ideen der Mitarbeiter zu schaffen. Eine nachhaltige Anpassung der Unternehmenskulturen setzt allerdings bewusste Änderungen an eingefahrenen Strukturen voraus, die von Mitarbeitern und Führungskräften gleichermaßen als Bedrohung wahrgenommen werden. So sehe ich in der Verflachung der bestehenden Hierarchien die größte Herausforderung für den optimierten Einsatz der vorhandenen Personalressourcen. Aufgrund der verringerten Anzahl an Führungspositionen bedarf es alternativer, aber der Linienlaufbahn gleichwertiger Karrieremodelle für Experten oder Projektmanager. Auf diese Weise ist Experten auch in ihren Fachgebieten eine auch für das Unternehmen sehr vorteilhafte Karrieremöglichkeit zugänglich, die ihnen bislang oft verwehrt bleibt. Gleichzeitig wird dadurch den stetig steigenden Professionalisierungsanforderungen in der globalisierten Wirtschaft Rechnung getragen.

EW: Welchen Stellenwert besitzt bei RHI das Thema Innovation?

RB: Ein großer Teil des gegenwärtigen Unternehmenserfolgs der RHI AG ist auf die in ihrer langen Geschichte erbrachten Innovationsleistungen zurückzuführen. Dieser Tatsache ist sich auch das Top-Management bewusst, es befindet sich gleichzeitig aber in der schwierigen Situation, Innovation und operative Erfordernisse gleichwertig adressieren zu müssen. In der Feuerfestindustrie haben Aufträge oft Vorlaufzeiten von mehreren Monaten, wobei für die Abarbeitung der Prozesskette vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt logistische Meisterleistungen erforderlich sind. In den letzten Jahren sind es vor allem die wechselnde Verfügbarkeit und Qualität von Rohstoffen sowie deren Anpassung an Produktspezifikationen, die früher für Innovationsaufgaben zur Verfügung stehende Kapazitäten in operativen Tätigkeiten binden. Innerhalb der Feuerfestbranche herrscht ein mit großem Preisdruck einhergehender, starker Wettbewerb. Innovation wird zwar als notwendig erkannt, doch der Aufbau zusätzlicher Kapazitäten dafür ist schwierig. Viele Kunden akzeptieren höhere Kosten für bessere Produkte nur bedingt, was Investitionen in Innovation deutlich erschwert.

EW: Wo setzt RHI konkret an, um Innovation zu fördern?

RB: Ein erster Schritt auf dem Weg von bereichsspezifischer, vorwiegend produktgetriebener F&E zu einem zentralen Innovationsmanagement moderner Prägung wurde bereits getan. Ab dem kommenden Jahr wird mein Fokus auf der weiteren Professionalisierung des Innovationsmanagements liegen. In dieser Funktion werde ich Unterstützung durch ein Gremium aus meist ranghohen Vertretern verschiedener Unternehmensbereichen erhalten, mit dem eine zentral koordinierte und nach transparenten Gesichtspunkten bewertete Innovationsstrategie entwickelt und umgesetzt werden soll.

EW: Stichwort Innovationsklima. Was macht es aus bzw. wie lässt es sich dauerhaft etablieren?

RB: Innovation erfordert Vertrauen und Vertrauen kann nur durch das Zulassen von Fehlern geschaffen werden. Beim Ausprobieren von Neuem sind Fehlschläge unvermeidbar und die Lehren daraus essentiell für die Entwicklung eines Unternehmens. Die Etablierung einer positiven Fehlerkultur empfinde ich daher als den wichtigsten Faktor überhaupt, während die Stigmatisierung von Fehlern in der völligen Erstarrung eines Unternehmens münden muss. Hier sehe ich auch eine der wichtigsten Aufgaben von Führungskräften: Diese sollten in erster Linie führen, als Vorbild für ihre Mitarbeiter agieren und sich nicht vorwiegend in operativer Hektik üben.

EW: Herr Breyner. Wir danken für das Gespräch.

Carsharing – oder wer braucht heute noch ein eigenes Auto?

Ich hab es vor ein paar Tagen wirklich getan. Mich zum Carsharing angemeldet. Das ging über die Carsharing-Homepage ganz einfach. Die innovative Idee dahinter und wie es dazu kam wird am Innovationskongress 2011, am 17. und 18. November 2011 in Villach wird Carsharing.at-Vertriebsleiter Markus Nothdurfter darlegen.  Wir haben mit ihm folgendes Interview geführt.

Ed Wohlfahrt: Sehr geehrter Herr Nothdurfter. Sie sprechen am Innovationskongress am 17. und 18. November 2011 in Villach über das Thema CarSharing. Besitzen Sie eigentlich einen eigenen PKW?

Markus Nothdurfter: Nein. Aber natürlich fahre ich sehr oft mit CarSharing-Fahrzeugen. Im Vertrieb ist Mobilität unglaublich wichtig. Darum nütze ich auch sämtliche Verkehrsmittel und kombiniere diese sinnvoll miteinander. Gerade bei längeren Strecken fahre ich sehr gerne mit der Bahn und steige direkt am Bahnhof in ein CarSharing-Auto um. Darum mache ich mir kaum Sorgen mehr um Stau oder schlechtes Wetter. Während der Bahnfahrt kann ich die Zeit zum arbeiten nutzen und habe für die Weiterfahrt – vom kleinen Stadtflitzer bis zur Premium-Kategorie – stets das passende Fahrzeug.

EW: „Autos nützen statt besitzen“ klingt clever. Wie wird CarSharing eigentlich außerhalb urbaner Zentren angenommen?

MN: CarSharing ist auch clever. Darum steigt die Nachfrage massiv an und wir eröffnen stetig neue CarSharing-Standorte. Unsere Fahrzeuge stehen an wichtigen Verkehrsknoten wie Bahnhöfen, großen U-Bahn-, Straßenbahn-, und Bus-Stationen, oder in zentralen Parkgaragen. In Wien haben wir bereits jetzt mehr als 50 Standorte. Auch in den Landeshauptstätten sind CarSharing-Fahrzeuge an vielen interessanten Standorten buchbar. Im ländlichen Raum besteht im Allgemeinen noch keine ausreichende Nachfrage um ein CarSharing-System ökonomisch zu betreiben.

EW: „Hab ich auch wirklich ein Auto wenn ich es brauche?“, fragen sich potentielle Kunden. Wie sieht Ihre Antwort aus?

MN: Die CarSharing-Fahrzeuge können spontan und kurzfristig gebucht werden. Dadurch kann es sein, dass auf Grund hoher Nachfrage eine bestimmte Fahrzeugkategorie an einem gewünschten Standort kurzfristig nicht verfügbar ist. In der Regel ist die Verfügbarkeit der CarSharing-Fahrzeuge aber sehr hoch. Außerdem können die Autos schon Tage und Wochen im Voraus reserviert werden.

EW: Für wen rechnet sich CarSharing am meisten? Für Viel- oder Wenigfahrer, für Businesskunden oder Private?

MN: Wir haben derzeit rund 7000 Privatkunden und mehr als 3000 Businesskunden. Tagsüber an Werktagen nutzen verstärkt Businesskunden unsere Fahrzeuge während abends und an den Wochenenden hauptsächlich Privatkunden mit CarSharing unterwegs sind. Dadurch stehen CarSharing-Fahrzeuge selten still und das System ist für alle Beteiligten äußerst günstig. Die meisten privaten Autos werden im Schnitt pro Tag nur rd. eine Stunde genützt. Warum also monatlich hunderte Euro für ein eigenes Fahrzeug bezahlen? Wer oft mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, manchmal aber doch ein Auto benötigt für den ist CarSharing die Alternative. Auch viele Unternehmen entdecken die Vorteile von CarSharing. Zuerst immer aus Kostengründen und aus ökologischen Gründen. Wenn man es dann aber nutzt erkennt man auch wie komfortabel und praktisch CarSharing in Wirklichkeit ist.

EW: Welche Rolle spielen für Sie soziale Medien wie Facebook oder Twitter, wenn es darum geht, angebotene Services mit potentiellen oder bestehenden Kunden zu verbessern?

MN: Das Web 2.0 eröffnet viele neue Wege für das Lernen und Lehren und wir haben diese Kommunikations- und Kooperationsmöglichkeiten in unsere Marketingstrategie integriert. Durch Feedback-Methoden sehen wir echte Chancen für zeitnahe Kommunikation, Austausch von Inhalten und interaktiver Zusammenarbeit.

Buchhandel: Innovation mit dem Rücken zur Wand

Helmut Zechner ist Geschäfsführer der Buchhandlung Johannes Heyn GmbH & Co KG. Am Innovationskongress am 17. und 18. November 2011 im Congresscenter Villach spricht er zum Thema “Mit dem Rücken zur Wand? Überleben zwischen Amazon, e-books und Thalia”. Angesichts der sich ändernden Rahmenbedigungen beschritt und beschreitet Zechner neue Weg in der Ansprache von Kunden, im Marketing aber beispielsweise auch bei den Öffnungszeiten seiner Klagenfurter Buchhandlung.Wir haben mit Zechner folgendes Interview geführt.

Ed Wohlfahrt: Sie haben ihren Standort in der Klagenfurter Innenstadt umgebaut und damit Ihr Unternehmen neu ausgerichtet. Befinden Sie sich als Buchhändler immer noch in dieser misslichen Lage oder haben Sie sich mittlerweile befreien können?

Helmut Zechner: Wir haben 2006 ob der Aussicht auf Zuzug einer großen Thalia Filiale früher umgebaut, als ursprünglich geplant. Die Verdoppelung der Verkaufsfläche für Bücher in Klagenfurt (neben Thalia noch zwei zusätzliche Filialisten) hat nicht nur bei uns zu deutlichen Umsatzeinbußen geführt. Unser Umbau und unsere verstärkten Aktivitäten zur Kundenbindung konnten unsere Marktposition zufriedenstellend beeinflussen und wir haben vergangenes Jahr wieder das Umsatzniveau von „Prä-Thaliazeiten“ erreichen können. 2006 war von e-books noch keine Rede und Amazon war auch noch eine vergleichsweise kleine „Größe“ am Buchmarkt, so gesehen stand unser Umbau in keinem unmittelbaren Zusammenhang mit diesen Marktentwicklungen. Trotzdem war uns die Notwendigkeit der Modernisierung von Heyn bewusst. Es war anzunehmen, dass neben der Marktkonzentration durch Filiallisten die Konkurrenz aus dem Internet stärker werden wird (nicht ohne Grund sind wir seit gut 10 Jahren mit eigenem Online Shop im Internet vertreten). Von einer Befreiung kann aber noch nicht gesprochen werden. Wir stehen am Anfang der größten Umwälzung am Buchmarkt seitdem ich im Buchhandel tätig bin. Die Geschwindigkeit, mit der sich der Markt verändert ist atemberaubend. Wohin das führt, kann derzeit nur erahnt werden (Wiewohl die Entwicklungen in den USA durchaus deutliche und unangenehme Hinweise auf die Marschrichtung der Branche geben)

EW: John Naisbitt sprach einst von „high tech“ und „high touch“. Das Angreifen, Durchblättern ja sogar Riechen echter Bücher ist ein Vorteil, den Sie gegenüber der Online Konkurrenz haben. Wie konkret versuchen Sie sich diesen Umstand nutzbar zu machen?

HZ: Ich glaube, dass sich dieser Umstand von selbst zu unseren Gunsten auswirkt, ohne dass wir viel dazu beitragen werden müssen. Es ist vernünftig, in Werbung und Kommunikation immer wieder auf die Vorteile hinzuweisen. Die Vorzüge von Printprodukten gegenüber e-books werden die Konsumenten aber schnell selber entdecken. Spätestens in dem Moment, in dem sie sich mit e-Books aktiv beschäftigen. Wir sind gut beraten, die Vorzüge von e-Books, als auch von haptisch erfüllenden Printprodukten bei unserer Sortimentsgestaltung entsprechend zu berücksichtigen.  Ich sehe die e-Books als Gefahr für die Umsatzentwicklung des stationären Buchhandels (und auch Verlage werden lernen müssen, mit diesem neuen Produkt/Vertriebsweg Geld zu verdienen). Aber e-Books haben Ihre Berechtigung, Ihren Nutzen und werden die Printproduktion ergänzen, teils sogar ablösen. Und es ist eine Herausforderung für uns, die auch Chancen mit sich bringt. So gesehen wird sich der Markt von selber regulieren und es liegt in den Händen der Sortimenter, ob sie davon profitieren können. Meine Einschätzung zur Marktentwicklung der e-Books gilt für Generationen von Menschen, die mit gedruckten Büchern aufgewachsen sind. Die Zukunftsszenarien für Generationen, die als Kind kein Buch in Händen gehalten haben, kann ich nicht einzuschätzen (höchstens: das Buch wird vermutlich nicht komplett aussterben)

EW: Wie kommt ein Buchhändler eigentlich zu den Ideen, die letztlich in Gestalt konkreter Innovationen umgesetzt werden? Welche Bedeutung haben darin MitarbeiterInnen und Kunden?

HZ: Aufmerksam durch die Welt gehen, über den Tellerrand hinausschauen, die Konkurrenz beobachten, Branchennachrichten/Zeitungen/Blogs lesen, Buchmessen besuchen, guten oder ungewöhnlichen Ideen gegenüber offensein (auch wenn es nicht die eigenen sind), viel mit Freunden und Bekannten reden. Organisierter Erfahrungsaustausch mit anderen Buchhandlungen, aber auch mit branchenfremden Unternehmungen sind ebenso notwendig wie eine solide Betriebsberatung. Kunden sind sicher einer der wichtigsten Impulsgeber und auf die Meinung unserer MitarbeiterInnen möchte ich schon gar nicht verzichten. Ein Phänomen, das sicher nicht nur im Buchhandel auftritt: Oft kommen die spannendsten Ideen nicht aus unserer Branche, sondern aus völlig buchhandels- und literaturfremden Ecken.

EW. Welche Rolle spielen in diesem Innovationsprozess soziale Medien wie Facebook, Twitter oder Blogs bzw. generell User-Meinungen?

Durchaus eine relevante. Trotz unserer schon aktiven Präsenz in FB & CO, nutzen wir sicher noch nicht das ganze Potential, das uns da geboten wird.

EW: Neuerungen und Innovationen bewirken manchmal auch, dass sich Menschen, in Ihrem Fall Kunden, von Liebgewonnenem trennen müssen. Welche Maßnahmen haben Sie gesetzt, um möglichst viele Ihrer KundInnen von Neuem zu überzeugen.

Vorteile von und Gründe für Veränderungen erklären/kommunizieren via Newsletter, Social Media, Brief bzw. Flugzettel und am liebsten im persönlichen Gespräch. So haben wir vor etwa zwei Jahren unsere Samstagsöffnungszeiten entgegen dem allgemeinen Trend von 17h auf 14h reduziert (natürlich bis auf die Weihnachtseinkaufssamstage, da haben auch wir bis 18h offen). Wir haben unseren Kunden aktiv den Sinn dieser eher unüblichen Maßnahme erklärt: Wir wollen unseren MitarbeiterInnen mehr Zeit für deren Familien ermöglichen. Anstatt massenweise Beschwerden zu bekommen, stießen wir auf Verständnis und haben sogar mehrere Glückwunschschreiben zu der sozialen Einstellung unserer Firma erhalten. Fazit: Wir machen seither keinen Euro weniger Umsatz, bieten den MitarbeiterInnen mehr Freizeit und haben niedrigeren Personalkosten . Nebenbei haben wir auch noch eine gute PR erleben dürfen.

Markenexperte Willy Lehmann: Beeinflussungsanteil von Social Media bereits bei 30%

Neue Trends im Marketing von Lebensmitteln geht uns alle an. Nicht nur beim Einkauf haben wir schließlich mit Lebensmitteln zu tun. Am Point of Sale sind KonsumentInnen aber noch zahlreichen anderen Reizen ausgesetzt. Wir haben Marketing-Experten Willy Lehmann zu den neuesten Entwicklungen im Lebensmittelmarketing befragt.

Willy Lehmann

Ed Wohlfahrt: Sehr geehrter Herr Mag. Lehmann! Sie sprechen am Innovationskongress 2011, am 17. und 18. November über aktuelle Innovationstrends im Lebensmittel-Marketing. Wie machen uns clevere Unternehmen neuerdings Lust auf Ihre Produkte?

Willy Lehmann: Die Kunst ist es, innovative Produkte zu entwickeln, die exakt den Bedürfnissen der Kundschaft entsprechen. Warum gibt es z.B. noch keine Geräte für die Reinigung des Zwischenraums Windschutzscheibe-Armaturenbrett – oder Frauendüfte und Männerdüfte fürs Auto etc. Es kommt auf das Prozedere an, wie man Innovationen initiiert. Dafür gibt es erprobte Vorgangsweisen. Diese werde ich am 18.11. kurz präsentieren.

EW: Im Marketing spielt Innovation seit jeher eine große Rolle. Wie bewerten Sie die neuen Möglichkeiten im Bereich behavioural Targeting?

WL: Grundsätzlich haben Innovation und Behavioural Targeting wenig gemeinsam. Behavioural Targetting ist die Verknüpfung von Surf-Daten mit Marktforschungsergebnissen. Diese liefern Anhaltspunkte für die Web-Communication. Der Innovationsprozess ist vorgelagert – wenngleich innovative Produkte sicherlich Zielgruppen-affin mittels Predictive Behavioural Targeting optimiert werden können.

EW: Wie wichtig sind im Lebensmittel-Marketing klassische Medienkanäle wie Print oder TV verglichen mit Twitter, Facebook und anderen Social Networks?

WL: Europaweit ist der Beeinflussungsanteil von Social Media bereits bei 30%. Österreich hinkt hier mit 15% noch zurück. D.h. die klassischen Kommunikationskanäle sind derzeit noch unerlässlich. Ebenso ist es aber notwendig bei den Social Media Dialoggruppen dementsprechende Schwerpunkte zu setzen.

EW: Vertrauen und Reputation, Stichwort ökologischer Fußabdruck spielen eine wichtige Rolle. Wo sehen sie dieses Thema in fünf Jahren?

WL: Sustainability, CSR, LOHAS, new green, ökologischer Fußabdruck – all das sind Elemente, die sich seit den frühen 90er Jahren entwickelt haben. Die Entwicklung schreitet weiter voran und wird an Radikalisierung, Belehrung und Verzichts-Ängsten verlieren. Die Aufgabe unserer und künftiger Generationen von Marketern wird die diesbezügliche Innovationskraft sein.

EW: Wie empfänglich sind Markenartikler aus dem Lebensmittel-Bereich für Innovationen im Marketing bzw. sehen Sie kulturbedingte Unterschiede etwa im Vergleich zu den Ansätzen US-amerikanischen Marken?

WL: Jeder Markt verhält sich anders. Selbst Unterschiede zwischen Mitteleuropa, Süd- oder Ost-Europa zeigen, wie unterschiedlich Geschmack wahrgenommen wird. Auch der soziale Status einer Volkswirtschaft entscheidet etwa über die Verwendung von Produkten mit Zusatznutzen. Betrachtet man den Vergleich zur USA ist eines frapant: In Europa müssen Produkte etwa mit funktionaler Wirkung gut schmecken – sonst haben sie keine Chance. In den USA dürfen sie das nicht – sonst spricht man ihnen die ernährungsphysiologische Wirksamkeit ab.

Blogparade: Mitbloggen und Tickets gewinnen!

Blogparade am Innovationsblog

Gleich vorweg: Das Innovationsblog sind ein kleines Blog. Noch. Es begleitet den Innovationskongress 2011, am 17. und 18. November in Villach. Unser Streben geht über die Veranstaltung aber weit hinaus. Erstens wird es weitere Innovationskongresse geben. Zweitens wollen wir über dieses Blog, unseren Twitter-Account sowie über die Facebook-Fanpage an die Innovations-Community andocken. Mehr noch, wir wollen nicht nur über die Veranstaltung sondern auch online Teil werden der Gespräche, die zum Thema Innovation, Innovationsmanagement, Wissensmanagement und vielen anderen innovationsrelevanten Themen und Fragestellungen stattfinden. Um diesen Prozess zu befeuern haben wir uns (Danke Hannes Offenbacher!) zu einer Blog-Parade entschlossen.

Blog-Parade am Innovationsblog – so geht’s!

Eine Blog-Parade (was ist das?) richtet sich an andere Blogger und verfolgt das Ziel, sich über relevante Inhalte und Themen zu vernetzen. Um es anderen Innovations-BloggerInnen und Bloggern, sowie generell an Innovationsthemen interessierten Online-Publizisten leichter zu machen, sich mit den Innovations-Blog online zu verbinden, stellen wir hier ein paar Fragen, die man dann am eigenen Blog ausführen (und mit dem Innovationsblog verlinken) kann.

Beantworten Sie eine oder mehrere der nachfolgenden Fragen auf Ihrem Blog und verlinken Sie auf das Innovationsblog (http://blog.innovationskongress.at). Wenn Sie möchten, berichten Sie gerne auch über den Innovationskongress. Alle Infos und das Programm finden Sie auf der Kongress-HomepageDie Fragen verstehen sich lediglich als Anregungen und brauchen nicht der Reihe nach beantwortet zu werden. Wer Lust hat macht’s trotzdem : )

Wer kann an der Blogparade mitmachen?

Im Grunde jeder, der über ein Blog verfügt, eine oder mehrere der unten angeführten Fragen beantwortet und auf das Innovations-Bog verlinkt.

Offene Fragen zur Beantwortung auf Ihrem Blog

1. Manche sehen im Thema Innovation eine Überlebensstrategie. Maßlose Übertreibung oder genau am Punkt?

2. Innovatoren innovieren innovativ?! Verkommt der Begriff Innovation durch seine inflationäre Verwendung zur Worthülse?

3. Welches Mindset führt am Ende zu Ideen und Innovation?

4. Politik und Innovation: Welche Rahmenbedingungen braucht es, damit es innovative Ideen leichter haben?

5. Welche Rolle für Innovation spielen sozialer Medien wie Linkedin, Twitter und Facebook?

Um ganz sicher zu gehen: Wenn Sie auf Ihrem Blog eine dieser Fragen beantworten posten Sie bitte den Link dazu hier am Innovations-Blog als Kommentar. Danke im Voraus!

Blogparade – Mitmachen lohnt sich!

Unter allen teilnehmenden Bloggern bzw. Blogs werden drei Karten für den Innovationskongress am 17. und 18. November 2011 in Villach verlost. Gegenwert: 480 Euro (exkl. MWSt.)

Teilnahmebedingungen

Teilnahmeschuss ist der 16. November 2011. Die Gewinner werden hier am Blog via Kommentar bekannt gegeben (16. Nov. um 15.00 Uhr). Barablöse und Weitergabe des Tickets an Dritte ist nicht möglich. Pro Blogger kann nur eine Einreichung erfolgen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.